Gespielt – Gewonnen!

Zwei Trawler mit Schleppnetz

Aufstehen um sieben Uhr, ablegen um acht Uhr – so früh waren wir bisher noch nie. Leichter Wind aus ENE erwartet uns als wir Ystad verlassen und, mal wieder die Genua III ausbaumen und zum Großsegel als Schmetterling fahren. Vor uns ist die PUMPERNICKEL, eine wunderschöne schwarze Baltic mit roten Zierstreifen ausgelaufen. Da sie auf dem Kurs nur das Großsegel gesetzt haben, haben wir sie bald ein- und überholt. Hinter Trelleborg dreht der Wind auf E und nimmt immer mehr ab, sieben Meilen vor Falsterbro Rev treiben wir in der Flaute. Na, da hat es doch gut geklappt, mit unserem Pokerspiel. Gespielt – gewonnen! In einer Stunde wird der Wind wie angesagt aus WSW wiederkommen und dann haben wir einen schönen Halbwindsgang in den Sund hoch 😀

Aus allem kann man noch ein Kunstwerk machen 🙂

Wir starten den Motor und tuckern in Richtung des Kreisels vor Falsterbro Rev. Wenn es nach Enja ginge, sollten wir einmal in den Kreisverkehr einfahren und einmal ganz drum herum, aber dafür ist der Kreis mit einem Durchmesser von über vier Seemeilen dann doch zu groß. Tatsächlich kommt der Wind nach gut einer Stunde wieder, zuerst aus SW, und dreht dann im Verlaufe des Nachmittags über W auf WNW. Gut, dass wir nur die Genua III oben haben, denn zwischendurch ist es immer mal wieder ganz schön pustig. Eine große Bavaria, die wir kurz nach dem Kreisverkehr überholen, rollt sogar ganz ihr Vorsegel weg.

Auf dem Weg nach Norden treffen wir sogar zwei typische, hellblaue Dänische Fischerboote die ein Schleppnetz hinter sich herziehen – genauso wie wir es gerade im Meeresmuseum von Stralsund gesehen haben. Früher traf man alle Nase lang auf Dänische Fischerboote, die zu zweit ein Schleppnetz hinter sich her zogen (und meist im ungünstigsten Moment den Kurs änderten und denen wir als Segler ausweichen mussten) aber heute ist dieser Anblick selten geworden. Jedenfalls war dies das erste Mal, dass wir so etwas beobachten konnten, seit wir seit 2009 im Sommer wieder mit einem Segelboot unterwegs sind.

Um kurz vor sechs laufen wir in Dragör ein, einem kleinen geschichtsträchtigen Lotsen- und Fischereiort am Südausgang des Öresundes, heute ein Vorort von Kopenhagen. Der alte Hafen ist schon ziemlich voll, wir finden nur noch einen Platz längsseits einer großen Dufour ganz am Ende der nördlichen Außenmole. An dem lauen Abend sitzen viele Menschen draußen vor den Restaurants am Hafen und man hat mehr das Gefühl am Mittelmeer zu sein als in einem kleinen Vorort der dänischen Hauptstadt.

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Ein Kommentar zu Gespielt – Gewonnen!

  1. Jochen Hell sagt:

    Hallo Uwe
    Jetzt bist du kurz vor Kopenhagen in Dragør, und ich nur 2-3 Kiliometer davon weg, an der Südspitze Amagers, in einem Wald, der Kongelunden genannt wird – zusammen mit meiner neuen 1. Klasse übernachte ich dort mit einigen Eltern. Am Freitag, gleich nach dem nach-Hause-kommen in Christianshavn, fahre ich schon wieder los nach Kiel, meine alte Mutter besuchen. Aus unserem angepeilten Treffen in Kopenhagen wird dieses Mal also wohl nichts werden, wenn ihr nicht bis Sonntag abend bleibt. Schöne Fahrt noch, sollten wir uns nicht mehr sehen, und vielleicht ja bis nächsten Sommer. Grusz Jochen

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