Ja Nein Schwarz Weiß…

Ganz so einfach ist es doch nicht, mal eben für 10 Wochen auszusteigen. Letzte Woche frage ich noch mal bei meinem Vorgesetzten nach, „Geht das jetzt eigentlich klar mit der Teilzeit und den 10 Wochen Segeln?“ – Von ihm aus geht alles klar, versichert er mir. Prima! Gleichzeitig bietet mir Susanne von der „Zora“ (früher „Sieben“) an, mir fast die gesamten Seekarten von Oslo bis Bergen zu leihen. Alles auf GO!

Am Dienstag dieser Woche bin ich bei meinem Bereichsleiter, „Wie ist der Stand meines Änderungsvertrages für die 6 Monate Teilzeit?“ – Der liegt in der Personalabteilung und der Betriebsrat muss noch sein ok dazu geben, erklärt er mir. Betriebsrat, könnte das noch ein „Show Stopper“ werden? Vielleicht brauche ich noch einen Plan „B“?

Am Mittwoch ist eine Mitarbeiterin der Personalabteilung bei mir und schlägt mir vor, das ganz anders anzugehen. Mit sechs Monaten Teilzeit, dann bei den Gleitzeit-Stunden mit über 200 Stunden ins Minus zu gehen und das dann bis zum Ende des Jahres wieder nachzuarbeiten, das ist in der Betriebsvereinbarung nicht vorgesehen und würde vom Betriebsrat mit Sicherheit nicht genehmigt werden. Es sei aber kein Problem den Arbeitsvertrag für sechs Wochen „ruhend“ zu stellen. Das entspricht genau der Zeit, die ich auch durch die Teilzeitregelung fürs Segeln gehabt hätte. Das ist doch ein kreativer Vorschlag für die Lösung des Problems, da fällt mir ein Stein vom Herzen. Alle Signale wieder auf „GO“!

Am Freitag kommt mein Bereichsleiter bei mir vorbei, druckst ein wenig rum. Es könnte sein, dass nächste Woche der Auftrag für eine große Studie ins Haus kommt, bei der er mich gerne im Projekt-Team sehen würde. Ob ich mir vorstellen kann, doch nur einen ganz normalen Sommerurlaub zu machen, statt 10 Wochen Segeln zu gehen?

Abends Kiel und zurück

Abends Kiel und zurück

Oh Mann! Was denn nun? Aber unabhängig davon, was sich nächste Woche ergibt, für meine Koje im Salon gibt es vor dem Urlaub noch ein neues Polster. Es ist egal, ob ich auf dem alten Polster vier Wochen schlecht schlafe, oder vielleicht doch zehn Wochen. Freitag Abend fahre ich nach der Arbeit zum Boot und messe die Koje genau aus und überlege wie dick das Polster werden darf. Mein Rücken freut sich schon…

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Ist das gut? Oder schlecht? Oder beides?

2016.05.08-03

Ich bin dann mal weg…

Schon länger überlege ich, wie ich es anstellen kann, nochmal eine längere Zeit auf Tour zu gehen. Wie 2012 mit meiner älteren Tochter Enja, acht Wochen eine kleine Ostseerunde, zu den Alands und zurück. Vor ein paar Tagen bietet mir mein Chef an, wegen der schlechten Auftragslage im Moment, meine Arbeitszeit über einen Zeitraum von sechs Monaten auf 75% zu reduzieren. Ich könnte die freie Zeit auch in einem Block im Sommer nehmen und dann Segeln gehen…

Nachdem ich einen Moment etwas perplex bin wegen dieses unerwarteten Angebotes und der Möglichkeit praktisch sofort Segeln gehen zu können, bin ich schnell dabei die ersten Überlegungen anzustellen. Maximal zehn Wochen Zeit würde ich haben, von Ende Juni bis Anfang September. In diesem Sommer sollte es sowieso in die Westschwedischen Schären gehen. Erste Woche bis Göteborg, zweite Woche bis Halden, dritte Woche bis Oslo. Dort Crewwechsel und dann weiter die norwegische Küste entlang nach Westen bis zu den großen Fjorden? Larvik, Risör, Arendal, Kristiansand, Mandal, Flekkefjord, Egersund, Stavanger und Lysefjord, vielleicht noch in den Hardangerfjord und hoch bis Bergen? Wenn das Wetter mitspielt und es nicht die ganze Zeit aus Südwesten kachelt, könnte das ein Plan sein.

Sorgen wegen der schlechten Auftragslage in unserer Abteilung? Das wird schon wieder. Aber wer weiß, wann eine solchen Chance, zehn Wochen am Stück segeln zu gehen, wieder vorbeikommt?

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Endlich Sommer

Himmelfahrt, 5. Mai

"Mytilus" querab

„Mytilus“ querab

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ist es noch kalt, morgens erst den Heizlüfter an, dann aus der Penntüte auspellen. Das Nutella ist zu Stein erstarrt. Ein strahlend blauer Himmel erwartet uns. Wind: keiner, wie angesagt. Ganz gemütlich frühstücken, beim Hafenmeister abmelden, kurzen Schnack mit unserem Takelmeister, dann SNAEDIS klar machen. Halb zehn Uhr auslaufen, Großsegel hoch, unter Motor bis kurz hinter Bülk, dann fängt an sich das Wasser zu riffeln. E 1-2, Gennaker hoch und Kurs auf die Windmühlen zwischen Damp und der Schlei. Erst 3 kn, dann 4 kn, schließlich 5-6 kn. Aus der Schlei laufen bestimmt zwei Dutzend Traditionssegler aus – Start der Heringsregatta von Kappeln nach Sonderburg, die Zubringerregatta zur Rumregatta in Flensburg, werde ich auf facebook aufgeklärt. Die „Mytilus“ von den segelnden Pfadfindern ist auch dabei, das wird meine Mädels freuen. Als wir in Richtung Sonderburg abfallen, kratzt SNAEDIS an der sieben Knoten Marke. Mal wieder schnell unterwegs heute. Ein herrlicher, sommerlicher Segeltag, blauer Himmel, Sonnenbrille, nicht eingecremt…

2016.05.05-02

Sonderburg Yachthafen

Im Hafen baue ich nochmal das Großsegel ab. Das ist in diesem Jahr neu und hat kein loses Unterliek, wie das vorherige. War mir beim Anschlagen gar nicht aufgefallen, auch nicht beim ersten Segeln, erst heute. Der Kocher spackt rum und spuckt Feuer. Ich bin müde nach soviel frischer Luft und Sonne und genieße die Abendsonne im Cockpit. Die Nudeln mit Putenstreifen in Currysauce sind sehr magenfreundlich geworden, ich habe noch kein Salz an Bord. Abends schallt Party-Musik durch den Hafen, Kinder-Gelächter, wieder unterwegs, Urlaub.

Freitag, 6. Mai

Heute habe ich im Vorschiff geschlafen, da war es nicht so kalt. Morgens Kopfschmerzen, trotz des orthopädischen Kopfkissens von zu Hause. Wohl zu viel Sonne gestern. Kaffee, Müsli, Kluftinger. Ich habe noch einen Krimi aus dem Allgäu dabei. Ich mag diesen eckigen Kommissar, in vielen Situationen ist er im zwischenmenschlichen Bereich so unbeholfen wie ich. Zwanzig nach neun Uhr bin ich schon wieder unterwegs. Wind ESE 4, Kreuz in Richtung Gammel Pøl, wir lassen eine große Bavaria stehen und überholen eine größere Sweden Yachts. Mit einem Schrick rüber nach Ærø, der Wind dreht kurz auf ENE, dann auf E zurück. Leuchtturm Skjoldnæs in der Sonne, das ist wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Zuletzt war ich mit Mara hier.

Sonnenuntergang in Ærøskøbing

Sonnenuntergang in Ærøskøbing

In Ærøskøbing bekomme ich noch einen Platz an der Außenmole direkt gegen den Wind. Das macht für mich einhand das An- und Ablegen einfacher. Die letzten 1,5 m der SNAEDIS ragen allerdings achtern aus der Box heraus. Aber es ist ja noch nicht so viel Betrieb im Hafen. An Land ist es deutlich wärmer als auf dem Wasser. Gegen zu viel Hitze hilft das erste Eis der Saison, eine Kugel „Kaltschale mit Makrone“ und eine Kugel „Ærø Spezial“ – lecker. Eine blonde, braungebrannte junge Dänin kassiert das Hafengeld – Sommer Feeling. Oder bin ich doch schon in Schweden? Meine Portionen muss ich noch der aktuellen Crew-Stärke anpassen, 500 g Nudeln ergeben NICHT zwei Portionen…

Samstag, 7. Mai

Die weit sichtbaren Kräne von Marstal

Die weit sichtbaren Kräne von Marstal

Heute wache ich erst zwanzig nach acht Uhr auf, ungewöhnlich für mich. Wieder einen dicken Schädel. Von zwei Bier??? Kaufe Brötchen und ein paar Bananen. Kaffee, Frühstück, Auslaufen kurz nach elf Uhr. Wieder Bomben-Wetter, Wind SE 4-5, später 5. Heute geht es durch den Svendborg Sund in Richtung Marstal. Der Svendborg Sund ist einfach zu schön. Marstal ist schon ziemlich voll, erst am letzten Steg finde ich eine passende Lücke. Bei dem kräftigen Seitenwind helfen die Nachbarn beim Einparken. Kleiner Spaziergang durch den Hafen. Imbiss und Eisladen haben noch keine Saison, schade. Heute Abend Reste essen, aber ohne Bier. Nach dem Abendessen schlafe ich bei meiner Lektüre „Neue Reisen der Vagant“ schon wieder ein. Ist Segeln denn wirklich so anstrengend?

Sonntag, 8. Mai

Ansteuerung Marstal, Kurs 205°

Ansteuerung Marstal, Kurs 205°

Viertel nach sechs Uhr wach, aber ohne Kopfschmerzen. Da bin ich doch erleichtert. Den Ableger fahre mit Vorleine auf Slip, über die Gennaker-Rolle bis ins Cockpit geführt. Zusammen mit der Achterleine auf der „Mittelklampe“ (die Fallwinsch am Niedergang) habe ich die SNAEDIS bei dem Seitenwind gut unter Kontrolle. Vor dem Hafen Großsegel hoch, in der Rinne der Wind direkt von vorne. An der letzten grünen Tonne abfallen nach Kiel. Direkt achteraus winken mir Wolfgang Lehrum und Frau zu, die Voreigner der SNAEDIS, mit ihrer Dufour 34. Ob sie schneller sind? Bis Kiel Leuchtturm haben sie mir bestimmt eine halbe Meile abgenommen…

Mittags legt der Wind wie angesagt noch etwas zu, bestimmt auch Thermik dabei. Antje und Stefan mit dem SCHRAT kommen mir entgegen und ich kann ein paar schöne Schnappschüsse im Gegenlicht mit dem Handy machen. Vor Bülk segeln 420er und 470er Regatta, ich kann mich aber ganz gut an allen vorbei schlängeln. In Strande im Hafen ist wieder Sommer. Aufklaren, einen Kaffee im Cockpit, Sachen packen. Ulf und Heiner mit der EARL GREY kommen an und laden zum Kuchen ein, beide haben heute Geburtstag. Zum Abschluss des ersten Sommer Wochenendes gibt es im Clubheim des KYC für mich noch einen Burger mit Pommes, dann geht’s zurück nach Hause.

(c) Wolfgang Lehrum

(c) Wolfgang Lehrum

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Ansegeln 2016

Am Samstag morgen Eis an Deck

Am Samstag morgen Eis an Deck

Am Samstag, den 23. April ist Ansegeln. Ziemlich früh, in diesem Jahr. Es sind wohl wenig Anmeldungen da, aber immerhin fällt es nicht aus, wie im vergangenen Jahr. Ich habe auch noch einige Dinge zu tun. Nochmal die Wantenspannung kontrollieren und dann die Wantenspanner sichern; das Großsegel anschlagen; den Spibaum-Niederholer einscheren und die Selbststeueranlage anbauen. Nach der Redaktionssitzung bei Lasse an Bord der PORT TUDY am Freitagabend schlafe ich an Bord. Gefühlt war es nicht ganz so kalt wie letztes Wochenende. Am Samstag morgen ist Eis an Deck, aber die Sonne taut den glitzernden Belag schnell weg. Na, dann mal alles klar machen zur Ansegelregatta. Den Gennaker im Bergeschlauch kontrollieren, ob irgendetwas verdreht ist. Fock- und Spischoten anschlagen. Um kurz vor 11 Uhr laufe ich aus. Die AEGIR von der Schulungsgruppe liegt schon auf Position als Startschiff.

SNAEDIS beim Check-in

SNAEDIS beim Check-in

WNW 3-4, genau das richtige Wetter zum Einstimmen. Es wird zwei Starts geben, den Start 1 für die lange Bahn (20 sm) und den Start 2 für die kurze Bahn (13 sm). Mit Heiner von der ENTE und Stefan vom SCHRAT habe ich verabredet, dass wir die kurze Bahn segeln. Eine viertel Stunde vor dem Start das Vorsegel hoch. Die lange Bahn segeln nur zwei Boote, GLORIA und ESPADA. Noch fünf Minuten, ich bin gerade ganz an der linken Seite der Linie. Mit killenden Segeln warte ich, aber das neue durchgelattete Großsegel erzeugt auch Vortrieb, wenn es killt (es killt nämlich nicht). Schneller als gedacht komme ich der Startlinie näher… Dann mehr in Richtung Startschiff abfallen… Das wird ein Scheiß Start, merke ich… Von Lee kommen mit Backbord Bug Krischan mit der BLUES und Nina mit ihrer neuen X35, während ich mit killenden Segeln versuche nicht zu früh an der Linie zu sein. BLUES wendet mit dem Startschuss unter mir und geht auf Kurs, Nina ist so nett und geht hinter mir durch und wendet dann. Danke Ihr Beiden, dass Ihr das treibende Hindernis auf der Startlinie, noch dazu auf Steuerbord Bug, ohne Geschrei umsegelt habt.

Vor dem Start an der Linie

Vor dem Start an der Linie

Die erste Tonne nach dem Start ist die Kleverberg E Tonne, die wir mit einem kleinen Schrick anliegen können. Das Großfall kann noch einen Schlag vertragen. Schot etwas auf und das Fall noch etwas durchgesetzt. Jetzt sieht es besser aus. An der Tonne sind die ENTE und der SCHRAT vor mir. Heiner zieht hoch, damit Stefan nicht an ihm vorbeifährt. Der wendet sich sofort frei. Die nächste Bahnmarke, Kiel Leuchtturm, können wir fast anliegen. Einen kleinen Holeschlag werden wir wohl brauchen. Der Wind dreht hin und her, mal kann man 10-15 Grad höher fahren, dann wieder nicht. 5 Minuten scheine ich in einem anderen Windsystem zu sein, als die ENTE, als ich deutlich höher fahren kann. Aber auch danach fahre ich noch einen Tick mehr Höhe und etwas mehr Speed. Vielleicht das neue Großsegel? Jedenfalls sackt die ENTE von voraus langsam nach Lee. Stefan und Antje wechseln von der G3 auf die G1, und obwohl sie die Segel im Profilvorstag ineinander wechseln, kostet das Speed und auch sie sind nun hinter mir. Der SCHRAT schlägt als erster und erwischt wohl einen günstigen Winddreher dabei, von uns dreien ist er jedenfalls als erster am Turm, zweiter SNAEDIS, dritter die ENTE.

Der erste Segeltag des Jahres

Der erste Segeltag des Jahres

Vom Kiel Leuchtturm geht es auf Backbord Bug mit einem guten Schrick in den Schoten zur Stollergrund S – Straßenbahnfahren. An der Tonne werden wir halsen und dann unter Spinnaker zurück zur Kleverberg E. Wie fahre ich das Manöver am Besten? Noch eineinhalb Meilen bis zur Stollergrund S. Ich krame schon mal den Gennaker raus und schlage ihn auf der Steuerbordseite an. Dann sind wir da, um die Tonne halsen, Selbststeueranlage auf den neuen vor den Wind Kurs einstellen und die Genua auf der Backbordseite bergen, dann habe ich die Steuerbordseite auf dem Vorschiff frei um den Gennaker zu setzen. Wieder nach achtern, Gennaker im Bergeschlauch hoch, nach vorne Zeiser lösen, nach achtern, Kurs auf die nächste Tonne einstellen und die Gennakerschot noch vorne mit zum Mast nehmen und den Bergeschlauch hochziehen. Klemmt irgendwo? Klemmt nicht! Schot dicht, Gennaker steht. Puh! Blick um mich herum, auf der ENTE steht der Spinnaker auch schon und zu viert waren sie natürlich auch etwas schneller als ich und sind an mir vorbei gefahren. Egal!

Auf dem Weg ins Ziel

Auf dem Weg ins Ziel

Der scheinbare Wind kommt halb, das ist ein guter Winkel für den Gennaker. Aber je mehr wir uns der Kleverberg E nähern, desto raumer kommt der Wind. So tief kann ich nicht fahren, da sind ENTE und SCHRAT mit ihren Spinnakern nun deutlich im Vorteil. Noch eine Halse um die Kleverberg E, dann geht es mit halbem Wind zurück ins Ziel. ENTE und SCHRAT sind weit vor mir, aber die BERTHA aus der Jugendabteilung, eine Elan 31, die kriege ich noch! Fast gleichzeitig kommen wir ins Ziel. Ob jemand ein Photo gemacht hat? Das war bestimmt ein tolles Bild, BERTHA und SNAEDIS unter Spi so dicht hintereinander! Überraschung dann auf der abendlichen Preisverleihung, für die SNAEDIS hat es sogar für einen zweiten Platz nach berechneter Zeit gereicht! Den ersten Platz hat nach berechneter Zeit (natürlich) die ENTE gemacht.

Abends sitzen wir gemütlich im Clubhaus in Strande. Wetterbedingt übernimmt die Küche das Grillen. Nachts sind Regen-, Graupel- und Schneeschauer angesagt, dazu zum Teil heftige Gewitter. Ich glaube, ich fahre heute Abend doch lieber nach Hause…

BERTHA und SNAEDIS vom Zielschiff aus gesehen

BERTHA und SNAEDIS vom Zielschiff aus gesehen – (c) Justus Hartwig

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Na Endlich!

Endlich im Wasser und der Mast steht

Endlich im Wasser und der Mast steht!

Nach der Woche im Mittelmeer auf der ARNDT war ich spät dran mit dem Start der Winterarbeiten an der SNAEDIS. Aber das Wetter meinte es gut. Am ersten Arbeitswochenende am 2./3. April: die Plane runter, den Firstbalken einlagern, den Winterdreck vom Rumpf abwaschen, sogar noch das Antifouling habe ich gemalt bekommen. Am folgenden Sonntag den 10. April den Rumpf polieren, dann war SNAEDIS schon wieder fertig zum Kranen am 15. April. Mit meinem Freund Heiner hatte ich mich am Freitagnachmittag verabredet, dass wir danach gleich noch den Mast stellen konnten. Die Wettervorhersage war so ungemütlich, dass kein Andrang am Mastenkran war und wir schnell damit durch waren. Und so schlecht war das Wetter dann doch nicht, keinen einzigen Regentropfen haben wir abbekommen. Unter Deck sauber machen, Polster und Segel an Bord, das Rigg spannen und zum Abschluß das Deck schrubben.

Guten Morgen Welt :-)

Guten Morgen Welt :-)

Die erste Nacht an Bord war noch ganz schön schattig, aber am Sonntagmorgen scheint die Sonne und es wird schnell wärmer an und unter Deck. Das neue Großsegel ausgepackt, die Latten ins Segel, rauf auf den Großbaum damit und das Segel am Mast anschlagen. Die Schlitten für die langen Latten sehen irgendwie größer aus als beim alten Segel? Sie passen auch nicht in die Segelzuführung! Oh, Mann! Am Montagmorgen als erstes ein Anruf bei Segelmacher Uli Münker. „Das ist ja blöd!“, meint er. Ja, das finde ich auch! „Seldén hat da mal was geändert“, überlegt er, „Du brauchst ein neues Gate.“ Aha. „Das bestelle ich jetzt gleich bei Gotthardt, das ist Dienstag hier und ich baue das dann gleich ein. Du willst doch am Wochenende segeln?“ Oh, das wäre ja super! Ob es klappt? Dienstag um 14:13 Uhr eine Email von Uli’s Kollege Tinne, „Uli hat das neue Gate eingebaut, so das die neuen Rollen Rutscher da jetzt auch rein passen.“ Das ging ja super schnell. Toller Service von Faber + Münker, wie immer!

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Sightseeing Valencia

Notgelandete Raumschiffe?

Notgelandete Raumschiffe?

Antje, Stefan, Leena und Carsten wollen eine Stadtrundfahrt mit dem Bus machen und danach mit Fahrrädern die Stadt erkunden. Ich mache mich lieber unabhängig davon zu Fuß auf den Weg. Wohin? Erstmal durch die Altstadt nach Norden zum „Jardin del Turia“, einem grünen Gürtel um die Altstadt, ein stillgelegter Flusslauf, jetzt mit Palmen bepflanzt und mit Wegen für Fahrradfahrer, Jogger und Fußgänger. Eine tolle Idee! Der Himmel ist noch bewölkt, aber es ist nicht kalt. Sehr angenehm für einen Spaziergang.

Aufgetauchte Sphären?

Aufgetauchte Sphären?

Ich komme am „Palau de la Musica“ vorbei und an der „Ciudad de las Artes y Ciencias“. Eine tolle Architektur. Die Gebäude sehen aus wie notgelandetete Raumschiffe aus einem Perry Rhodan Roman. Eines erinnert an eine Portugiesische Galeere (nein, kein Kriegsschiff!). Heute am Feiertag sind leider lange Schlangen an allen Museumseingängen, besonders bei den Ozeanographen. Mich dort einzureihen, dazu habe ich allerdings keine Lust.

Leider geschlossen...

Leider geschlossen…

Wenn ich nun schon ganz im Südosten auf dem Stadtplan bin, gehe ich auch noch die paar Schritte weiter zur Marina Real, in der wir gelegen haben und schaue mir das Camp der 32-ten und 33-ten America’s Cup Veranstaltungen an. Schade, dass das Areal nun gar nicht mehr genutzt wird. Zerrissene Banner, abblätternde Farbe, leerstehende Gebäude und auch das Museum „Casa de la America’s Cup“ ist nicht geöffnet.

Abends ein letztes gemeinsames Essen in der Altstadt. Mehr zufällig wählen wir ein kleines Restaurant mit oberleckeren Tapas aus, das von einem jungen, sympathischen und engagierten Pärchen geführt wird. Das Tapas Menü mit ein-zwei Extras („Octopus“ und „Humus“) begeistern uns. Am Ostermontag fliegen wir zurück nach Hause…

Ciudad de las Artes y Ciencias

Ciudad de las Artes y Ciencias

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Crewwechsel

Marina Juan Carlos I.

Marina Real Juan Carlos I.

Um 9 Uhr Frühstück mit allem, was der Kühlschrank noch hergibt. Carsten hat frisches Baguette besorgt, das ihm mangels Bäcker eine Mitarbeiterin des „Neptun Hotels“ frisch gebacken hat. Dann die persönlichen Sachen zusammenpacken und auf den Steg stellen. Kissen, Bettdecke und Rettungsweste mit Lifebelt verbleiben auf der Koje. Oh, meine Badehose hängt noch im vorderen Waschraum. Nun habe ich aber alles – fast. Meine Handtücher hängen noch vorne auf der Reling. Jetzt habe ich aber alles – wo ist meine Uhr? Hängt noch an der Talje der oberen Rohrkoje…

Das war's...

Das war’s…

Das war jetzt aber wirklich mein letztes Teil an Bord. Während Jan Gasflaschen tauscht und Reservekanister mit Benzin und Diesel füllt machen Antje, Leena und Carsten unter Deck klar Schiff. Stefan und ich ersetzen eine Kunststoff Unterlegscheibe am Lümmelbeschlag. Eine ziemliche Fumnmelei, zumal uns der Großbaum dabei ja auch nicht auf das Deck fallen soll. Zum Schluss einmal das Deck abspritzen und das Cockpit säubern. Bis unsere Nachfolgecrew kommt, gehen wir im Marina-Café noch einen „Cortado“ trinken. Mit dem Taxi fahren wir dann ins Hotel. Duschen, Ölzeug entsalzen, den Nachmittag gestaltet jeder selbst. Ich nehme mir meinen Chinesischen Krimi, setze mich an den Brunnen direkt vor dem Hotel und genieße die Sonne. Abends gehen wir dann gemeinsam zu fünft ein paar Straßen weiter Paella essen. An die Betten und die Luft im Hotelzimmer müssen wir uns nach der Woche segeln an der frischen Luft alle erst noch langsam gewöhnen…

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Ciao Lummerland

Ein neuer Tag beginnt...

Ein neuer Tag beginnt…

Wie geplant 4:30 Uhr wecken, 5 Uhr auslaufen, 6 Uhr in der Passage zwischen Ibiza und Formentera. Wind SW 3-4. Ein wunderschöner Sonnenaufgang erwartet uns. Die letzten Felsen von Ibiza sehen aus wie „Lummerland“ (eine Insel mit zwei Bergen…) in Michael Ende’s Geschichten von Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer. Im Tagesverlauf dreht der Wind über S auf SSE, manchmal schlafft der Wind etwas ab und wir laufen nur noch 5 Knoten, meistens sind es aber 7 Knoten. Ein sommerlicher, warmer Tag auf See. Das spanische Festland kann man schon weit sehen. Laut Seekarte sind die Berge am Horizont 1.500 m hoch.

Lummerland: eine Insel mit zwei Bergen...

Lummerland: eine Insel mit zwei Bergen…

Mehrmals begleiten Delfine die ARNDT. Von der Seite kommen sie heran geschossen, springen aus dem Wasser und versammeln sich unter dem Bug. Mühelos und mit kaum sichtbaren Bewegungen ihrer Schwanzflosse halten sie unsere Geschwindigkeit. Im Zick-zack flitzen sie um den Steven herum, drehen sich auf die Seite, als ob sie uns am Bugkorb dann besser sehen könnten. Nach kurzer Zeit ist es ihnen wohl zu langweilig bei uns, und sie verschwinden wieder.

Happy Sailing :-)

Happy Sailing :-)

Sechzehn Seemeilen vor der Küste dreht der Wind plötzlich von SSE 3-4 auf N 5. Schnell die G1 weg und die G3 gesetzt! Obwohl wir tagsüber gut gegessen haben (Baguette mit Schinken und Käse zum Frühstück, Muffins mit Kaffee und Sandwiches mit Camembert und Spanischem Käse am Nachmittag) freuen wir uns schon auf das Abendessen in Valencia. Nudeln mit roter Sauce, die Leena noch gestern auf Ibiza vorbereitet hat und die schon so wunderbar verführerisch unter Deck duftet. Nach dem Festmachen und dem Verholen auf unseren Platz müssen wir aber erst noch die nassen Segel an Deck zusammenlegen, bevor wir über die Nudeln herfallen. Damit ist die Woche Segeln auf der ARNDT schon fast wieder vorbei!

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Hafentag „con leche“

Die Altstadt von Ibiza im Abendlicht

Die Altstadt von Ibiza im Abendlicht

Aufwachen, aufstehen, frühstücken, Wetterbericht – genau in dieser Reihenfolge. Nach dem Frühstück wollen wir gemeinsam überlegen, wie wir die letzten Tage unserer Reise gestalten. Heute soll es ein sonniger, sommerlicher Tag werden. Der Wind soll im Laufe des Tages abnehmen, auf Süd drehen, und nachts weiter auf Südwest. Dann können wir heute einen ganz entspannten Hafentag auf Ibiza einlegen. Morgen wollen wir noch im Dunkeln ablegen, bei Tagesanbruch die Passage zwischen Ibiza und Formentera durchfahren um dann im Laufe des Tages mit einem guten Schrick in den Schoten nach Valencia zu segeln.

Blick über die Yachthafen

Blick über die Yachthäfen

Wir machen uns nach dem Duschen landfein und bummeln zusammen durch die Altstadt hoch zur Kathedrale. Immer mal wieder hat man einen tollen Blick über die verschiedenen Teile des Hafens und über die Insel. Und immer mal wieder geht einer aus der Gruppe verloren (obwohl wir doch nur zu sechst sind). Gegen die Mittagszeit schlägt Carsten vor, wir könnten doch mal einen Café „con leche“ trinken (sic!). Unterhalb der Altstadt finden wir ein nettes Café, in dem es nicht nur einen „con leche“ gibt, sondern auch einen „Cortado“, Kuchen, Croissants und Quiches. Spinat-Quiche mit Pinienkernen und Rosinen – sehr lecker!

Den Nachmittag verbringen wir schlafend in der Koje, lesend im Cockpit oder bastelnd an Deck. Ein Urlaubstag halt. Abends gehen wir wieder schön Essen. Leena und Carsten haben das Restaurant „La Brasa“ unterhalb der Altstadt ausgemacht. 5 x Dorade gegrillt plus 1 Steak für Jan. Nachtisch, Käffchen, oberlecker. War auch deutlich der teuerste Abend bisher, aber schöööön. Danach schlendern wir am Hafen entlang zurück zum Boot. Morgen geht es früh los…

Superyacht NIRWANA

Superyacht NIRWANA

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Nach Ibiza

Kurs Ibiza

Kurs Ibiza

Halb 7 Uhr aufstehen, 9 Uhr auslaufen. Noch pfeifen ordentliche Böen durch den Hafen und wir setzen zur G3 das Großsegel mit dem 1. Reff. Das reicht eine ganze Weile für 9-9.5 Knoten. Hoher Seegang von der Seite. Obwohl ich die erste Zeit steuere merke ich, dass ich den Seegang heute nicht vertrage. Nachdem Antje übernimmt, lege ich mich nach Lee auf die Cockpitbank. Bloß nicht bewegen. Sogar Leena, die sonst nie seekrank wird, ist etwas angeschlagen.

Jan und Stefan geht es gut

Jan und Stefan geht es gut

Als wir die Nordspitze von Ibiza passiert haben werden Wind und Seegang weniger, das belebt die seekranke Hälfte der Besatzung wieder. Als wir nachmittags auf Ibiza Hafen zu segeln, kommt sogar noch die Sonne heraus. Zahlreiche High-Speed-Fähren laufen ein und aus, als wir uns dem Yachthafen nähern. Wir bekommen einen Platz im „Club Nautico Ibiza“ mit einem wunderschönen Blick auf die Altstadt mit der beleuchteten Festung bzw. Stadtmauer. Als Snack gibt es zum Einlaufbier Spanische Wurst, Feta, Oliven, Kapern und Brot. Danach einen ersten Rundgang durch die Altstadt.

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