Eine Mitseglerin für Norwegen

Am Mittwoch hat sich eine Seglerin bei mir gemeldet, sie hat mich bei Facebook wiedergesehen, als sie sich in einer Segelgruppe angemeldet hat. Vor drei Jahren haben wir in Bremen mal einen Kaffee zusammen getrunken, als ich zur „Boatfit“ wollte und uns nett unterhalten. Ina fehlt noch eine Mitsegelgelegenheit in diesem Sommer. Wann? 18.-28. Juli? Das würde genau passen. Ob wir uns vorher noch mal treffen wollen? Dann jetzt sofort, ich bin ja schon fast weg. Sie ist heute zu einer Geburtstagsfeier in Hamburg. Am Hauptbahnhof treffen wir uns in der Wandelhalle. Ich kann mich noch gut erinnern, groß, braune Augen, verschmitztes Lächeln. Ich glaube, wir werden gut miteinander auskommen. Ina wird mit dem Bus nach Oslo kommen und dann schauen wir mal, wo ich am 18. Juli bin. Ich freue mich über solche spontanen Begegnungen…

Nachmittags nach Strande, die ganzen Sachen an Bord einräumen. Gewitter über Kiel, es regnet von achtern in den Niedergang. Wie zum „SilverRudder“ koche ich eine große Portion Nudeln mit Hacksauce, dann bin ich morgen auf dem Weg nach Norden versorgt. Obst und Gemüse kommt in die „Hängematte“, die ich von Marina und Uwe zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Abends wird es wieder heller und der Regen hört auf. Morgen soll die Sonne scheinen.

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Hallo Uwe, kannst Du bitte…

Der letzte Tag im Büro ist geschafft. Alle Emails, die mit „Hallo Uwe, kannst Du bitte…“ beginnen, sind beantwortet – oder ab Montag muß es jemand anders machen. Eine Studie für einen Deutschen Kunden habe heute noch abgeliefert und am Telefon besprochen, und eine kleinere Untersuchung für eine Chinesische Werft vor zwei Tagen. Meine Kollegin in Shanghai ist ganz erschrocken als sie hört, ich wäre 10 Wochen nicht da. „Then, who will take care of the benchmark study and other matters?“, erkundigt sie sich und fügt hinzu, „Well, you know many Chinese customers know you very well and only your name can soothe them. Your words acts as bible.“ Das ist ja süß, das höre ich gerne. Der letzte Abend zu Hause, morgen geht es los, „Ich geh segeln…“ (c) Claus Aktoprak.

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Noch 5 Tage…

Die kleine Selbststeueranlage von Raymarine ist von der Reparatur zurück, Petroleum ist nun genug an Bord, Seenot Signalmittel sind ergänzt und im Flur zu Hause stapeln sich Sixpacks mit Wasser und Apfelschorle und Klappkisten mit Bier, Wein und Proviant. Auf dem Sofa entstehen Stapel mit Klamotten. Gestern Geburtstagsfeier mit guten Freunden im „Liebslingsplatz“ in Seevetal. Die Windprognose von „Windfinder“ reicht nun schon mal bis zum nächsten Wochenende. Die „Anholt-Challenge“ mitsegeln? Oder schon am Samstag/Sonntag starten mit Kurs Nord? Das werde ich letztlich vom Wetter abhängig machen…

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Noch 10 Tage…

Seekarten komplett (die beiden Sätze für den Oslo Fjord fehlten noch), Havneguiden besorgt (oooh, waren die teuer!), Schlauchboot an Bord, Selbststeueranlage zur Reparatur, neues Polster für die Bb. Salonkoje an Bord und Probe geschlafen (himmlisch!), Wetter App installiert (macht einen guten Eindruck), Lesestoff für die 10 Wochen besorgt (ob das reicht?), Bootsversicherung auf Ost- und Nordsee umgestellt, Einkaufs- und Packlisten sind im werden…

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Schleimünde

Martina vor dem Leuchtturm

Vor dem Schleimünder Leuchtturm

„Wann warst Du zuletzt in Schleimünde?“ fragt Martina, als wir am Samstagmittag nach kurzer Fahrt von Strande dort schon mittags festgemacht haben. Da muss ich erstmal überlegen. „Mit SNAEDIS noch gar nicht… davor hatten wir 15 Jahre kein Boot… das muss mindestens 25 Jahre her sein…“, antworte ich ihr, selbst etwas überrascht, wie lange ich nicht hier war. Wir haben noch einen Platz in der ersten Reihe bekommen. Wir gehen zum Leuchtturm und beobachten die ein- und auslaufenden Boote. Eine Vindö 40 motort energisch auf die Ostsee hinaus. Ich glaube, ich kann sogar den Namen lesen, „Ile de Groix“, ob das Katrin und Achim sind? Oder Thomas, sein Bruder?

Als die Wolken aufziehen, wird es kühl im Cockpit

Als Wolken aufziehen, wird es kühl

Nachmittags dreht die ENTE einen Kringel im Hafen, aber Heiner ist es zu voll, und sie motoren weiter Schlei einwärts. Ein interessantes Hafenkino bietet sich uns, eine Karavel, die unter Segeln einläuft, kurzer Aufschiesser, Großsegel weg, und mit der Restfahrt auf einen freien Platz – gekonnt. Ein Gaffelgetakelter Klassiker, einhand, unter Motor rückwärts in eine Box – nicht schlecht. Der Segler macht ganz entspannt Leinen, Fender und Flaggenstock klar, während er sein Boot treiben lässt. Aber ein Langkieler treibt halt nirgendwo hin. Zum Abendessen hat Martina Tofu von ihrem Lieblings Asia Shop am Flachsland mitgebracht. Oberlecker. Abends ein wunderschöner Sonnenuntergang über der Schlei.

Immer wieder schön...

Immer wieder schön…

Am Sonntag ist das Wetter hautfreundlich, bedeckt, mit hoher Luftfeuchtigkeit (Regen kann man das noch nicht nennen, noch nicht mal Niesel) und wir segeln hoch am Wind in Richtung Kieler Förde zurück. Am Horizont sehen wir das Feld der „Rund Ärö Regatta“ von Marstal zurück kommen, und auch wir sind schnell zurück in Strande. Das war wieder ein schönes Wochenende mit Martina. Was mich allerdings besonders erfreut ist die neue Matratze, die ich am Freitag von Kersten abgeholt und nun zwei Nächte drauf geschlafen habe. Himmlisch! Keine Rückenprobleme, keine Kopfschmerzen. Genial! Das größte Problem für die 10 Wochen Sabatical scheint gelöst zu sein!

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Alles auf „GO“

SNAEDIS am vergangenen Wochenende

SNAEDIS am vergangenen Wochenende

Mein Bereichsleiter hat mir sein OK für das 10-wöchige Sabbatical gegeben und heute ist auch der unterzeichnete Änderungsvertrag da, dass ich fünf Wochen unbezahlt frei nehmen kann. In gut 14 Tagen geht es los! Jetzt ist noch einiges zu erledigen. Ein Teil Seekarten und ein paar Handbücher für die Norwegische Küste muss ich noch besorgen. Das Schlauchboot muss an Bord. Überlegen, was ich an Kleidung mitnehme, und was ich an Proviant besorgen will. Die kleine elektrische Selbststeueranlage muss noch zur Reparatur gebracht werden, das neue Polster für die Backbord Salonkoje von Kersten abgeholt werden. Petroleum brauche ich noch mehr, und eine Rolle für den Heckanker. Die Wetter-App SEAMAN von Wetterwelt will ich noch installieren. Und noch bestimmt ein paar Dinge, an die ich jetzt noch nicht gedacht habe. Wenn das Wetter mitspielt, geht es am Sonntag, den 26. Juni zur Schlei und am Montagmorgen soll dann der Start zur „Schleimünde-Anholt-Challenge“ sein – Geschwaderfahrt nonstop nach Anholt.

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Ein Schweiniiiiiiiiiiiii…

Mit 2.7 kn in Richtung Schlei

In Richtung Schlei, 2.7 kn…

An diesem Wochenende kommen meine Tochter Mara und ihr Freund Ole mit zum Segeln. Schon seit Tagen Unwetterwarnungen vor Starkregen und Gewitter, aber pünktlich zum Wochenende ist für die Ostseeküste nur noch Sonnenschein angesagt. Da haben wir ja Glück. Freitagabend fahren wir nach Kiel. Am Samstag weckt uns die Sonne. Eine Frau auf dem Nachbarboot freut sich, „das erste Wochenende ohne Heizung und Heizdecke“. Wind NE 1-2. Na ja, man kann nicht alles haben. Eigentlich wollte Mara nach Dänemark, aber Marstal oder Sonderburg können wir uns heute bei dem Wind wohl abschminken.

Hallo Schleimünde

Hallo Schleimünde

Gegen 10 Uhr laufen wir aus, kreuzen aus der Strander Bucht hinaus und nehmen Kurs auf die Schlei. Bis kurz hinter die Tonne Stollergrund S kommen wir, dann reicht der Wind nicht einmal mehr für 1 kn. Wir nehmen das Vorsegel weg und tuckern gemütlich mit 5 kn in Richtung Sperrgebiet. Kurz vor der Schlei kommt ein Hauch Wind wieder, SE 1-2, aber zum Segeln reicht es nicht wirklich. In Maasholm finden wir wie immer ganz am Ende des ersten Stegs einen Platz. Mara und Ole nutzen das tolle Wetter zum Anbaden. Danach kocht Mara eine Riesenportion Tortellini mit einer Zuccini-Käse Sauce und wir genießen den lauen Sommerabend im Cockpit.

Eine wunderschöne Schäre kommt uns entgegen

Eine wunderschöne Schäre kommt uns entgegen

Am Sonntag geht es nach einem ausführlichen Frühstück wieder heimwärts. Noch in der Schlei laufen wir hoch am Wind einmal 6 kn, aber auf dem freien Wasser verlässt uns der schöne Wind sofort wieder. Mit 2-3 kn laufen wir am Wind am Sperrgebiet hinunter und können danach  Bülk fast anliegen. Zwei wunderschöne Schären kommen uns entgegen, eine 20er Schäre in weiß, und eine größere Schäre in Natur mit Seitenborder. Von Osten her können wir einen Brisenstrich kommen sehen und wenden auf Backbordbug, um den Wind besser auszunutzen.

Schweinswal querab - oder doch ein Delfin?

Schweinswal querab – oder doch ein Delfin?

Plötzlich prustet es hinter uns. Ein Schweinswal begleitet uns ein Stück, kommt von achtern auf, schwimmt zum Bug, taucht unter dem Rumpf hindurch. Zweimal, dreimal. Mara und Ole schnappen sich ihre Smartphones und versuchen den Außenbordskameraden zu filmen. Nun sind wir aus dem Brisenstrich wieder hinaus und wir wenden zurück auf Steuerbordbug. Noch ein Stück begleitet uns der Schweinswal (Martina meint später, es wäre vielleicht doch ein Delfin gewesen) und dann sind wir wieder alleine. „Das war ein tolles Highlight“, freuen Mara und Ole sich. Langsam wird der Wind stetiger. Von achtern kommt die ENTE mit Doris und Heiner unter Motor auf und als sie uns eingeholt haben, setzen sie auch noch einmal die Segel. Sie kommen auch aus der Schlei, haben zusammen mit der „Ile de Groix“ von Katrin und Achim vor Maasholm geankert. Da haben wir uns ja knapp verpasst!

Zurück in Strande müssen wir uns beeilen. Schnell aufklaren, die Klamotten ins Auto werfen, noch einen  Burger mit Pommes bei Julia und Mendy, und dann ab auf die Piste. Mara und Ole wollen um 19 Uhr wieder zu Hause sein. Schon in Schilksee stehen wir im Stau, einerseits sicher wegen des Rückreiseverkehrs vom Wasser, aber mehr noch wegen der Baustelle auf der 503. Schließlich sind wir mit einer Stunde Verspätung wieder zurück in Harburg – und auf der Autobahn hat es sogar geregnet.



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Ja Nein Schwarz Weiß…

Ganz so einfach ist es doch nicht, mal eben für 10 Wochen auszusteigen. Letzte Woche frage ich noch mal bei meinem Vorgesetzten nach, „Geht das jetzt eigentlich klar mit der Teilzeit und den 10 Wochen Segeln?“ – Von ihm aus geht alles klar, versichert er mir. Prima! Gleichzeitig bietet mir Susanne von der „Zora“ (früher „Sieben“) an, mir fast die gesamten Seekarten von Oslo bis Bergen zu leihen. Alles auf GO!

Am Dienstag dieser Woche bin ich bei meinem Bereichsleiter, „Wie ist der Stand meines Änderungsvertrages für die 6 Monate Teilzeit?“ – Der liegt in der Personalabteilung und der Betriebsrat muss noch sein ok dazu geben, erklärt er mir. Betriebsrat, könnte das noch ein „Show Stopper“ werden? Vielleicht brauche ich noch einen Plan „B“?

Am Mittwoch ist eine Mitarbeiterin der Personalabteilung bei mir und schlägt mir vor, das ganz anders anzugehen. Mit sechs Monaten Teilzeit, dann bei den Gleitzeit-Stunden mit über 200 Stunden ins Minus zu gehen und das dann bis zum Ende des Jahres wieder nachzuarbeiten, das ist in der Betriebsvereinbarung nicht vorgesehen und würde vom Betriebsrat mit Sicherheit nicht genehmigt werden. Es sei aber kein Problem den Arbeitsvertrag für sechs Wochen „ruhend“ zu stellen. Das entspricht genau der Zeit, die ich auch durch die Teilzeitregelung fürs Segeln gehabt hätte. Das ist doch ein kreativer Vorschlag für die Lösung des Problems, da fällt mir ein Stein vom Herzen. Alle Signale wieder auf „GO“!

Am Freitag kommt mein Bereichsleiter bei mir vorbei, druckst ein wenig rum. Es könnte sein, dass nächste Woche der Auftrag für eine große Studie ins Haus kommt, bei der er mich gerne im Projekt-Team sehen würde. Ob ich mir vorstellen kann, doch nur einen ganz normalen Sommerurlaub zu machen, statt 10 Wochen Segeln zu gehen?

Abends Kiel und zurück

Abends Kiel und zurück

Oh Mann! Was denn nun? Aber unabhängig davon, was sich nächste Woche ergibt, für meine Koje im Salon gibt es vor dem Urlaub noch ein neues Polster. Es ist egal, ob ich auf dem alten Polster vier Wochen schlecht schlafe, oder vielleicht doch zehn Wochen. Freitag Abend fahre ich nach der Arbeit zum Boot und messe die Koje genau aus und überlege wie dick das Polster werden darf. Mein Rücken freut sich schon…

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Ist das gut? Oder schlecht? Oder beides?

2016.05.08-03

Ich bin dann mal weg…

Schon länger überlege ich, wie ich es anstellen kann, nochmal eine längere Zeit auf Tour zu gehen. Wie 2012 mit meiner älteren Tochter Enja, acht Wochen eine kleine Ostseerunde, zu den Alands und zurück. Vor ein paar Tagen bietet mir mein Chef an, wegen der schlechten Auftragslage im Moment, meine Arbeitszeit über einen Zeitraum von sechs Monaten auf 75% zu reduzieren. Ich könnte die freie Zeit auch in einem Block im Sommer nehmen und dann Segeln gehen…

Nachdem ich einen Moment etwas perplex bin wegen dieses unerwarteten Angebotes und der Möglichkeit praktisch sofort Segeln gehen zu können, bin ich schnell dabei die ersten Überlegungen anzustellen. Maximal zehn Wochen Zeit würde ich haben, von Ende Juni bis Anfang September. In diesem Sommer sollte es sowieso in die Westschwedischen Schären gehen. Erste Woche bis Göteborg, zweite Woche bis Halden, dritte Woche bis Oslo. Dort Crewwechsel und dann weiter die norwegische Küste entlang nach Westen bis zu den großen Fjorden? Larvik, Risör, Arendal, Kristiansand, Mandal, Flekkefjord, Egersund, Stavanger und Lysefjord, vielleicht noch in den Hardangerfjord und hoch bis Bergen? Wenn das Wetter mitspielt und es nicht die ganze Zeit aus Südwesten kachelt, könnte das ein Plan sein.

Sorgen wegen der schlechten Auftragslage in unserer Abteilung? Das wird schon wieder. Aber wer weiß, wann eine solchen Chance, zehn Wochen am Stück segeln zu gehen, wieder vorbeikommt?

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Endlich Sommer

Himmelfahrt, 5. Mai

"Mytilus" querab

„Mytilus“ querab

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ist es noch kalt, morgens erst den Heizlüfter an, dann aus der Penntüte auspellen. Das Nutella ist zu Stein erstarrt. Ein strahlend blauer Himmel erwartet uns. Wind: keiner, wie angesagt. Ganz gemütlich frühstücken, beim Hafenmeister abmelden, kurzen Schnack mit unserem Takelmeister, dann SNAEDIS klar machen. Halb zehn Uhr auslaufen, Großsegel hoch, unter Motor bis kurz hinter Bülk, dann fängt an sich das Wasser zu riffeln. E 1-2, Gennaker hoch und Kurs auf die Windmühlen zwischen Damp und der Schlei. Erst 3 kn, dann 4 kn, schließlich 5-6 kn. Aus der Schlei laufen bestimmt zwei Dutzend Traditionssegler aus – Start der Heringsregatta von Kappeln nach Sonderburg, die Zubringerregatta zur Rumregatta in Flensburg, werde ich auf facebook aufgeklärt. Die „Mytilus“ von den segelnden Pfadfindern ist auch dabei, das wird meine Mädels freuen. Als wir in Richtung Sonderburg abfallen, kratzt SNAEDIS an der sieben Knoten Marke. Mal wieder schnell unterwegs heute. Ein herrlicher, sommerlicher Segeltag, blauer Himmel, Sonnenbrille, nicht eingecremt…

2016.05.05-02

Sonderburg Yachthafen

Im Hafen baue ich nochmal das Großsegel ab. Das ist in diesem Jahr neu und hat kein loses Unterliek, wie das vorherige. War mir beim Anschlagen gar nicht aufgefallen, auch nicht beim ersten Segeln, erst heute. Der Kocher spackt rum und spuckt Feuer. Ich bin müde nach soviel frischer Luft und Sonne und genieße die Abendsonne im Cockpit. Die Nudeln mit Putenstreifen in Currysauce sind sehr magenfreundlich geworden, ich habe noch kein Salz an Bord. Abends schallt Party-Musik durch den Hafen, Kinder-Gelächter, wieder unterwegs, Urlaub.

Freitag, 6. Mai

Heute habe ich im Vorschiff geschlafen, da war es nicht so kalt. Morgens Kopfschmerzen, trotz des orthopädischen Kopfkissens von zu Hause. Wohl zu viel Sonne gestern. Kaffee, Müsli, Kluftinger. Ich habe noch einen Krimi aus dem Allgäu dabei. Ich mag diesen eckigen Kommissar, in vielen Situationen ist er im zwischenmenschlichen Bereich so unbeholfen wie ich. Zwanzig nach neun Uhr bin ich schon wieder unterwegs. Wind ESE 4, Kreuz in Richtung Gammel Pøl, wir lassen eine große Bavaria stehen und überholen eine größere Sweden Yachts. Mit einem Schrick rüber nach Ærø, der Wind dreht kurz auf ENE, dann auf E zurück. Leuchtturm Skjoldnæs in der Sonne, das ist wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Zuletzt war ich mit Mara hier.

Sonnenuntergang in Ærøskøbing

Sonnenuntergang in Ærøskøbing

In Ærøskøbing bekomme ich noch einen Platz an der Außenmole direkt gegen den Wind. Das macht für mich einhand das An- und Ablegen einfacher. Die letzten 1,5 m der SNAEDIS ragen allerdings achtern aus der Box heraus. Aber es ist ja noch nicht so viel Betrieb im Hafen. An Land ist es deutlich wärmer als auf dem Wasser. Gegen zu viel Hitze hilft das erste Eis der Saison, eine Kugel „Kaltschale mit Makrone“ und eine Kugel „Ærø Spezial“ – lecker. Eine blonde, braungebrannte junge Dänin kassiert das Hafengeld – Sommer Feeling. Oder bin ich doch schon in Schweden? Meine Portionen muss ich noch der aktuellen Crew-Stärke anpassen, 500 g Nudeln ergeben NICHT zwei Portionen…

Samstag, 7. Mai

Die weit sichtbaren Kräne von Marstal

Die weit sichtbaren Kräne von Marstal

Heute wache ich erst zwanzig nach acht Uhr auf, ungewöhnlich für mich. Wieder einen dicken Schädel. Von zwei Bier??? Kaufe Brötchen und ein paar Bananen. Kaffee, Frühstück, Auslaufen kurz nach elf Uhr. Wieder Bomben-Wetter, Wind SE 4-5, später 5. Heute geht es durch den Svendborg Sund in Richtung Marstal. Der Svendborg Sund ist einfach zu schön. Marstal ist schon ziemlich voll, erst am letzten Steg finde ich eine passende Lücke. Bei dem kräftigen Seitenwind helfen die Nachbarn beim Einparken. Kleiner Spaziergang durch den Hafen. Imbiss und Eisladen haben noch keine Saison, schade. Heute Abend Reste essen, aber ohne Bier. Nach dem Abendessen schlafe ich bei meiner Lektüre „Neue Reisen der Vagant“ schon wieder ein. Ist Segeln denn wirklich so anstrengend?

Sonntag, 8. Mai

Ansteuerung Marstal, Kurs 205°

Ansteuerung Marstal, Kurs 205°

Viertel nach sechs Uhr wach, aber ohne Kopfschmerzen. Da bin ich doch erleichtert. Den Ableger fahre mit Vorleine auf Slip, über die Gennaker-Rolle bis ins Cockpit geführt. Zusammen mit der Achterleine auf der „Mittelklampe“ (die Fallwinsch am Niedergang) habe ich die SNAEDIS bei dem Seitenwind gut unter Kontrolle. Vor dem Hafen Großsegel hoch, in der Rinne der Wind direkt von vorne. An der letzten grünen Tonne abfallen nach Kiel. Direkt achteraus winken mir Wolfgang Lehrum und Frau zu, die Voreigner der SNAEDIS, mit ihrer Dufour 34. Ob sie schneller sind? Bis Kiel Leuchtturm haben sie mir bestimmt eine halbe Meile abgenommen…

Mittags legt der Wind wie angesagt noch etwas zu, bestimmt auch Thermik dabei. Antje und Stefan mit dem SCHRAT kommen mir entgegen und ich kann ein paar schöne Schnappschüsse im Gegenlicht mit dem Handy machen. Vor Bülk segeln 420er und 470er Regatta, ich kann mich aber ganz gut an allen vorbei schlängeln. In Strande im Hafen ist wieder Sommer. Aufklaren, einen Kaffee im Cockpit, Sachen packen. Ulf und Heiner mit der EARL GREY kommen an und laden zum Kuchen ein, beide haben heute Geburtstag. Zum Abschluss des ersten Sommer Wochenendes gibt es im Clubheim des KYC für mich noch einen Burger mit Pommes, dann geht’s zurück nach Hause.

(c) Wolfgang Lehrum

(c) Wolfgang Lehrum

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